Die Gokai, die fünf Lebens-Grund-Sätze, sowie ausgewählte Gedichte des Meiji-Kaisers gehören zu dem, was Mikao Usui zur geistigen Basis von Reiki bestimmte. Mir sind sie eine wesentliche Orientierung.

Gokai - die 5 Lebens-Grund-Sätze

Mikao Usui (* 15. August 1865 in Taniai; † 9. März 1926 in Fukuyama), der Begründer der 'Reiki-Heilmethode', übernahm vom Meiji-Kaiser fünf Lebens-Grund-Sätze*, um die seelische Gesundheit zu erhalten oder wieder herzustellen. So simpel, wie sie scheinbar sind, so sehr eröffnet sich die tieferliegende Bedeutung, wenn man sich mit ihnen auseinandersetzt und sie versucht, in sein Leben zu integrieren:

Nur heute - Kyo dake wa - 今日だけは
Ärgere Dich nicht - Ikaru na - 怒るな
Sorge Dich nicht - Shinpai suna - 心配すな
Sei dankbar - Kansha shite - 感謝して
Erfülle Deine Lebensaufgabe- Gyo o hage me - 業を励め
Sei nett zu Deinen Mitmenschen - Hito ni shinsetsu ni - 人に親切に

 Im Jikiden-Reiki werden diese 'Lebens-Grund-Sätze' stets auf japanisch gelehrt, da in der Verbindung aus gesprochenem Wort und ihrem Klang eine besondere Kraft liegt (Kotodama = beseelte Worte).

Auch wenn diese Lebens-Grund-Sätze sehr kurz und simpel scheinen, liegt eine tiefere Bedeutung in ihnen. Reiki-Begründer Mikao Usui beschrieb sie als "die geheimnisvolle Methode, das Glück einzuladen, die wunderbare Medizin für alle Krankheiten". Sie sind ein wesentlicher Pfeiler des Jikiden-Reiki. Im Zusammenspiel mit der heilsamen Wirkung des Reiki-Energieflusses führen sie auf den Weg ganzheitlicher Gesundheit.

In meinem Vortrag "Gebrauchsanweisung um das Glück einzuladen" erfahren Sie mehr über die tiefe und umfassende Bedeutung dieser Lebens-Grund-Sätze für Ihre mentale und körperliche Gesundheit. Aktuelle Termine erfahren Sie hier.


* Übersetzung: Tadao Yamaguchi, Jikiden Reiki, S.77f., Windpferd-Verlag 2006.

 

Die Gedichte des Meiji-Kaisers

Die 125 Gedichte des Meiji-Kaisers, die Usui für seine Schüler auswählte, sind wie die Gokai als ethische und geistige Leitlinien für den Alltag gedacht.

Der Meiji-Kaiser, mit Eigennamen Mutsuhito (* 3. November 1852 in Kyoto; † 30. Juli 1912 in Tokio), soll mehr als 100.000 solcher Gedichte in der Versform des Tanka (31 Silben in fünf Zeilen mit der Aufteilung 5-7-5-7-7) geschrieben haben. Diese kurze, strenge Versform bringt in verdichteter Form Bilder, Stimmungen und Gefühle zum Ausdruck. Inhaltliche Andeutungen und flüchtige Hinweise ermöglichen verschiedene Sinndeutungen.

Die fünf folgenden Gedichte sind für mich eine wesentliche Orientierung**:

Der Geist
Was auch immer
Geschehen mag
Ich wünsche
Dass der Geist
Grenzenlos bleibt

Medizin
Anstatt viel Medizin
Zu kaufen
Pflege lieber beständig
Deinen Körper

Der Wasserfall
Ein Stein im Strom
Verstärkt das Rauschen
Des Flusses so sehr,
Dass man weder
Den Klang des fließenden Wassers
Noch irgend etwas anderes
Hören kann

Generell
Sieh oft
In dich hinein
Ohne dass Du es merkst
Magst Du Dich verirren
Und Fehler machen

Der Schatz
Durch harte Arbeit
Und Erreichen einer Fähigkeit
Wirst Du unabhängig in der Welt
Und diese Fähigkeit
Wird zu Deinem Schatz

** Alle Übersetzungen von Frank A. Petter aus Lübeck, Petter, Rand: Das Reiki-Kompendium, S. 282-293.